05.12.18

Mohring gibt das Zepter weiter

 

TA Interview der Woche mit Mike Mohring, der nicht mehr zur Wahl des Präsidenten beim HSV Apolda antrat.

Apolda Der langlährige Präsident des HSV Apolda, Mike Mohring, zieht sich aus seiner ehrenamtlichen Arbeit bei den Handballern zurück und gab das Zepter an Patrick Schatz weiter, der als einziger Nachfolgekandidat antrat. Wir sprachen mit Mohring über die Gründe seines Rückzugs, was der Verein in den letzten Jahren geschafft hat und wo es noch diverse Baustellen gibt, sowohl in der Stadt als auch in Thüringen.

Herr Mohring, ihr Rückzug kommt für Außenstehende sicher ein wenig überraschend. Warum standen Sie am Montag nicht erneut für das Amt des Präsidenten zur Verfügung?
Das war eine kurzfristige, aber wohl überlegte Entscheidung. Aber einige Leute im Verein wollten meine politische Arbeit mit dem Verein vermischen. Ich habe das Ehrenamt beim HSV und die Politik stets getrennt. Und mit Blick auf die Landtagswahlen im nächsten Jahr, wo ich große Ziele habe, fiel diese Entscheidung, die ich mir auch nicht leicht gemacht habe.

Gehen Sie denn eher mit einem lachenden oder weinenden Auge?
Mit einem lachenden Auge natürlich. Wenn ich sehe, was wir in den vergangenen Jahren alles erreicht haben. Da steht die neue Halle sicher an erster Stelle. Aber auch in Sachen Sponsoren sind wir gut aufgestellt. Aus sportlicher Sicht sind wir sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen die Nummer zwei in Thüringen. Das kann sich auf jeden Fall sehen lassen, finde ich.

Wo gibt es denn noch Dinge zu verbessern?
Im Verein drehen sich fast alle Gespräche nur noch ums Geld. Ich würde mir wünschen, dass der sportliche Ehrgeiz bei allen Beteiligten im Mittelpunkt steht. Gleichzeitig braucht es zum Beispiel bei den Männern wieder mehr Professionalität. Es kann nicht sein, dass die Trainingsbeteiligung so schwach ist, das Spieler mitten in der Saison in den Urlaub fahren oder viel fordern, aber dafür auf dem Feld nicht die entsprechende Leistung abliefern. Aber auch die Stadt Apolda und der Kreis sowie der Thüringer Verband haben meiner Meinung nach noch einiges zu tun.

Zum Beispiel?
Die Hallen-Situation in Apolda ist auf jeden Fall nicht zufriedenstellend. Die Halle an der Ingenieurschule ist geschlossen, Vereine verschiedenster Sportarten bleiben auf der Strecke. Beim HSV müssen einige Nachwuchsmannschaften mit einer Einheit pro Woche leben. Wie soll man da konkurrenzfähig bleiben?

Und in Thüringen?
Der ThSV Eisenach ist nur noch drittklassig. Wir als HSV Apolda sind, bei aktuellem Tabellenstand die Nummer zwei in Thüringen, bei den Männern und Frauen. Hier muss sich etwas tun. Da ist auch der Verband gefordert. Da fällt mir spontan der fehlende Pokal nach dem Sieg unserer Männer ein. Generell ist die Außendarstellung verbesserungswürdig. Und, da bin ich mir mit Patrick Schatz einig, der Handball muss endlich auch ans Sportgymnasium in Jena. Nur so kann eine entsprechende Nachwuchsarbeit geleistet werden.

Sagen Sie dem Apoldaer Handballer komplett adé?
Im bleibe dem Handball sehr verbunden und habe meinem Nachfolger versprochen, dass er mich jederzeit anrufen kann, dann helfe ich so gut es geht.

TA, Christian Albrecht

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